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document Kepler
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Um- u. Neugestaltung mit Erweiterung Keplermuseum, Regensburg

Auftraggeber: Stadt Regensburg
Architekten: AG Wandel-Lorch-Götze-Wach mit fabi architekten bda, Frankfurt, Regensburg
Mitarbeit: Johannes Meier (fabi architekten), Sina Mallmann (W.L.G.W.)
Ausstellungskonzeption: Merz-Merz GmbH, Berlin
Statik: IB Augustin GmbH, Regensburg
Planungszeit: 01.2020 – 05.2021
Bauzeit: 06.2021 – 01.2024
Nutzfläche: ca. 500 m²
Baukosten: ca. 3,5 Mio €

Das Haus Keplerstraße 5, Sterbehaus des Astronomen Johannes Kepler (1571-1630) der vor allem durch seine Entdeckung der Gesetzmäßigkeiten, nach denen sich die Planeten um die Sonne bewegen berühmt wurde, gehört zum denkmalgeschützten Ensemble des UNESCO-Welterbes Altstadt Regensburg. Es wird im Osten und Westen von zwei Patrizierhäusern, dem „Runtingerhaus“ und dem Haus „Zum Blauen Hecht“ eingerahmt, bei welchen mittelalterliche Fenstergruppen, Zinnenbekrönung und Turm die ursprüngliche Bestimmung als Hausburg erkennen lassen. Beim Gebäude handelt es sich im Kern um ein mittelalterliches Wohnhaus. Aufgrund des historischen Charakters des Hauses zählt es innerhalb der Museen der Stadt Regensburg zu den sogenannten „documenten“, in denen Exponate in historisch authentischem Ambiente präsentiert werden.

Das document Keplerhaus umfasst vier Etagen mit jeweils ca. 110–125 m2 Nutzfläche, die untereinander mit historischen Treppen verbunden sind. Große Teile der Innenausstattung bestehen aus hölzernen Einbauten bzw. Fachwerkelementen. Das Erdgeschoss wird flexibel genutzt. Hier werden Besuchergruppen empfangen und es steht Platz für die Vor- und Nachbereitung des Ausstellungsbesuchs in den Obergeschossen zur Verfügung. Zudem finden Veranstaltungen (Vorträge, Workshops, Podiumsdiskussion etc.) statt, die auch außerhalb der Öffnungszeiten des Museums liegen können. Im 1. und 2. Obergeschoss befindet sich in mehreren historischen Räumen die Dauerausstellung zu Leben und Werk von Johannes Kepler, sowie zur Astronomie in Vergangenheit und Gegenwart. Die Ausstellung umfasst sowohl historische Objekte (Instrumente, Modelle, Bücher, Briefe, etc.), als auch interaktive Ausstellungsexponate, sogenannte Hands-on-Elemente zur Erläuterung und Vermittlung der Keplerschen Forschungsgebieten, welche neben Astronomie auch die Optik, die Entschlüsselung der Form von Schneekristallen und zahlreiche mechanische Erfindungen beinhaltet.

Die Ausstellung nimmt gestalterisch auf die historische Raumsituation Bezug. Aufgrund der Hanglage des Standorts ist das 1. Obergeschoss von der Südseite über eine öffentliche Freifläche ebenerdig zugänglich. Hier befindet sich der Neubau als Eingang für Besucher der Ausstellung, der ebenfalls barrierefrei gestaltet ist. Dementsprechend sind hier der Aufzug und die Kasse mit entsprechender Infrastruktur untergebracht. Das 3. Obergeschoss war bei der Einrichtung des Kepler Gedächtnishauses 1959–61 als Hausmeisterwohnung vorgesehen. Dementsprechend ist der historische Bestand hier heute nicht mehr vorhanden. Diese Situation eröffnet gestalterische Möglichkeiten, die in den historischen Räumen des 1. und 2. Obergeschosses aus ästhetischen und denkmalpflegerischen Gründen ausgeschlossen, jedoch für ein zukunftsfähiges Museumskonzept unverzichtbar sind.

Der Fokus liegt auf offener, gegenwartsbezogener Vermittlungsarbeit, die einen partizipativen Charakter verfolgt, und reicht von reflexiven und vertiefenden Betrachtungen bis hin zu kreativen und spielerischen Methoden. Dazu gehören u.a. interaktiv nutzbare digitale Tools, ein ScienceLab als Mitmachlabor, Virtual-Reality-Elemente bis hin zu zeitgenössischen künstlerischen Interventionen.

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