Ver-Ankert
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Einfamilienhaus an der Donau

Planung/Bauleitung: fabi architekten bda, Regensburg
Mitarbeiter: Hanna Markgraf
Statik: Kugler & Kerschbaum Kelheim
Haustechnik: Gasbrennwerttherme mit Solarthermieanlage, KNX-Steuerung, kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung, Stückholzofen, Fenster: Josko one, Putz: STO Milano Beton

Planungszeit: 11.2016 – 10.2017
Bauzeit: 03.2018 – 05.2019
Wohnfläche: 250,00 m²
Bruttorauminhalt: 1158,00 m³

Fabi architekten entwarfen einen schnörkellosen Kubus, der regelrecht über den zu bewältigenden Herausforderungen zu schweben scheint. Seine glatt-graue Betonspachtel-Fassade lässt erst auf den zweiten Blick die anthrazitfarbenen Wandscheiben wahrnehmen, die den Baukörper über die hundertjährige Hochwasserhöchstmarke heben. Zwischen ihnen findet sich ein kleines, fensterloses Untergeschoss aus wasserundurchlässigem Beton, in dem Haustechnik und Keller unterkamen.

Passend zur Ufer-Thematik erfolgt die Erschließung über einen stählernen Steg mit Gitterrostbelag. Dezente Anklänge an einen Schiffsanleger, jedoch kein plumper Formalismus: Auch bei Hochwasser bleibt das Haus rundum zugänglich, im trockenen Alltag dient der südlich orientierte, verbreiterte Teil des Stegs als kleine Sonnenterrasse.

Zu den öffentlich einsehbaren Seiten öffnen sich die beiden Wohngeschosse nur über wenige, kleine Fenster. Feingliedrig schwarz gerahmt, sind siein harmonischen Proportionen in die Fassaden eingeschnitten. Den Hauseingang beschirmt ein Balkon mit Blick zur Altstadt. Seine geschlossene Brüstung schützt nebenbei ein bodentiefes Fenster im Obergeschoss vor Einblicken.

Größere Glasflächen wurden zur Donau hin angeordnet, im Bereich der großen Terrasse in der Nord-West-Ecke sogar als durchgängige, bodentiefe Fensterfront. Hier bietet ein Fassadenrücksprung Sicht- und Wetterschutz gleichermaßen. Somit stehen insgesamt drei Freibereiche mit ganz unterschiedlichen Qualitäten zur Verfügung. Ein über Eck geführtes Sitzfenster ermöglicht einen besonders schönen Ausblick vom Schlafzimmer im Obergeschoss aus.

Im Inneren des Hauses musste trotz enger Baugrenzen ein überdurchschnittliches Raumprogramm für die fünfköpfige Baufamilie untergebracht werden. Das Erdgeschoss wird bestimmt von zwei Sichtachsen: Vom Eingang aus reicht der Blick zwischen den straßenseitigen Nebenräumen und der zentral angeordneten Treppe hindurch bis in die Wohnküche und dank eines bodentiefen Fensters noch darüber hinaus.

Die zweite Achse geht vom Kochbereich mit Kücheninsel über Essplatz und Terrassezum Grün des Donauufers. Der Wohnbereich liegt als ruhige Zone neben dieser Achse, dreiseitig geschlossen, sich nur zur Terrasse hin öffnend.

Unmittelbar neben dem Eingang steht ein weiterer, vielfältig nutzbarerRaum zur Verfügung. Hier lässt sich ein Gästezimmer ebenso einrichten wie ein Büro mit gelegentlichem Besucherverkehr. Als Schlafraum ermöglicht er in Kombination mit dem gegenüberliegenden Bad das Wohnen auf einer Ebene.Die derzeitigen Schlafzimmer finden sich im Obergeschoss, zwei davon mit separaten Ankleiden. Zwei Bäder und der Hauswirtschaftsraum ergänzen hier das Angebot.

Das äußere schwarz-graue Farbkonzept wird im Inneren nochmals markanter wiederaufgenommen. Die durchgehend weiß verputzten Wände und Decken werden hier ergänzt von schwarzen Einbaumöbeln, etwa in Küche und Wohnbereich. Sie unterstreichen den schützenden, etwas trutzigen Charakter des dennoch hellen, lichtdurchfluteten Hauses. Zeitlose Natursteinböden und einzelne Fronten in dunklem Holz ergänzen diese Atmosphäre harmonisch.